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Neudenken von Training
Neudenken von Technik-Trainings (Produkt-Trainings) in Unternehmen
Einstimmung:
- Technik-Trainings (Produkt-Trainings) werden in Unternehmen sogar oft als „Schulungen“ bezeichnet. Die Art, wie die meisten Trainer dort üblicherweise vorgehen, scheint ein Abbild der Erfahrungen aus der eigenen Schulzeit zu sein. Das Selbstverständnis der meisten Technik-Trainer ist eher das des sehr guten Experten, der den Teilnehmern möglichst in jedem Falle überlegen sein muss. Das führt zu ausführlich vorbereiteten, und teilweise minutiös geplanten Trainings, die oft die ganze Breite möglicher Funktionen präsentieren. Schließlich weiß man ja nicht, was davon der einzelne Teilnehmer später brauchen wird.
- Das typische Teilnehmerurteil nach einem Produkttraining: „1/3 des Kurse kann ich gut brauchen, die restlichen 2/3 kannte ich schon“, oder „sind für meinen Job nicht wichtig.“
- Die meisten Teilnehmer sind Mitarbeiter von Kunden des trainingsanbietenden Unternehmens. Die wesentlichen Zielgruppen sind „Service-Techniker“, „Projektierungspersonal“ und „Maschinen oder Anlagen-Bediener“.
- Die zu Trainingsbeginn vorhandenen Vorkenntnisse und Erfahrungen sind recht unterschiedlich. Die wenigsten Teilnehmer sind neu in ihrem Job, die meisten bringen bereits Erfahrungen aus dem Umfeld des Trainings-Themas mit – allerdings oft unterschiedliche, weil jede Firma die Produkte anders einsetzt. (Am Beispiel von Speicher-progammierbaren-Steuerungen gut vorstellbar.)
- Technik-Trainings sind für Teilnehmer meist anstrengend. Jeder Teilnehmer kennt i.d.R. auch die Erwartung seines Unternehmens zu erweiterten Einsätzen nach dem Training.
Was soll verbessert werden?
- Erstens: Die individuellen Know-How-Bedürfnisse der Teilnehmer besser abdecken. (Nah-Ziel: „2/3 des Trainings waren gut für mich“)
- Zweitens: Teilnehmer mit Erfahrung nicht als Schüler, sondern als Experten sehen, die auf gleicher Augenhöhe mit dem Trainer (oder besser Coach?) und den anderen Teilnehmern im Training arbeiten.
Woran könnte die Verbesserung bemerkt werden?
- Teilnehmer gehen „einen Kopf größer“ gestärkt aus dem Training, mit dem Gefühl „Ich bin ja wirklich ganz gut“.
- Teilnehmer lösen ihre eigenen technischen Problemfälle im Training, und nur im Bedarfsfall die vom Trainer vorgeschlagenen
- Teilnehmer unterstützen sich als Experten gegenseitig bei der Problemlösung
- Der Trainer lernt von den Teilnehmern
Wie könnten die Schritte dahin aussehen?
- Möglicherweise macht es Sinn, dass sich diejenigen, die sich dieses Thema vornehmen, als Teilnehmer in einem Produkt-Training informieren. Dies könnte ich vermitteln.
- Auch könnten Technik-Trainer dazu befragt werden. Könnte ich ebenfalls vermitteln.
- Kernstück wäre ein Konzept für eine andere Vorgehensweise, und eine andere Rolle des Trainers in diesen Technik-Trainings. (Möglicherweise kann man sich da auch Ideen holen bei reformpädagogischen Ansätzen, wie z. B. Montessori).
- Vielleicht gibt es ja zusätzlich noch Empfehlungen für die Implementierung dieses neuen Vorgehens in eine Trainingsorganisation?
Welche Ressourcen werden benötigt?
- Ideal wären Studenten, die didaktische Konzepte anwenden können
- Aber auch Pädagogen oder Trainer mit Erfahrung
Fragen
- Mir ist noch nicht ganz klar, wie Studenten hier aktiv werden können. Sollen sie das Konzept ausarbeiten? Oder eine Community-Plattform installieren, auf der solche Ansätze beschrieben und diskutiert werden?
- Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass meine Lehramtsstudenten die "Trainings-Situation" mit der "Schulsituation" vergleichen und dann auf einer wie auch immer gearteten Plattform "Goldene Regeln" formulieren, die für beide Szenarien gelten. Darüber hinaus könnte das eine Plattform sein, auf der Trainer mit Lehramtsstudenten über innovative "Trainings"konzepte diskutieren. Wäre das vielleicht interessant?
Ergänzungen
Meine Vorstellung:
- Zunächst Erarbeitung eines grundsätzlichen Konzeptes für diese Art von "neugedachtem" Technik-Training. Das könnte gut durch Studenten als Projekt im Netz entstehen.
- Ok, das klingt gut. Im Sommersemester 2009 habe ich voraussichtlich eine Gruppe Studierender, die sich mit dem Thema "Computereinsatz in der Schule" beschäftigt. Hier sind die Parallelen zum Techniktraining sehr stark. Auch beim Erlernen von Computeranwendungen sollten authentische Kontexte beachtet (bzw. in der Schule geschaffen) werden. Und im konstruktivistischen Sinne sollte der Lehrer ohnehin eher als Coach agieren. Insofern könnten die Studierenden ein Konzept erstellen für das Erlernen von Computeranwendungen. Darin kann man vermutlich dann mit mehr oder weniger Aufwand die Begriffe "Computer" bzw. "Software" durch "Technik" ersetzen. Oder man lässt die Studierenden gleich auch die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Softwaretraining und Techniktraining ausarbeiten. Im Klartext bedeutet dies aber, dass das Projekt erst im April nächsten Jahres starten kann. Ist das für dich in Ordnung? Bzw. was können wir im Vorfeld noch tun? Vorschlag: Wir sollten meiner Ansicht nach den Studierenden deine Kritik an bestehenden Trainingskonzepten vor Augen führen. Vielleicht kannst du im Vorfeld ein prototypisches "schlechtes" Techniktraining beschreiben. Die Studenten könnten dann Kritikpunkte herausarbeiten und ein verbessertes Konzept erstellen. Was meinst du?
- Ja, dann sollten wir im April weitermachen, bzw. richtig starten. Vielleicht ist es gar nicht so klug, das schlechte Beispiel darzustellen. Es geht ja um das "Neudenken" ohne die Orientierung auf das Alte.
- Ich halte es für nicht so schlecht, zunächst darzustellen, was alles schief läuft. Ansonsten wissen die Studenten nicht, was überhaupt verbessert werden soll. Und sie selbst haben zudem jahrelanges Beteachen im Gymnasium hinter sich, sind also selbst ähnliche Trainings gewöhnt. :-)
- Wenn das Projekt konkrete umsetzbare Ergebnisse hat, dann würde ich versuchen einen Partner für eine erste praktische Umsetzung zu finden.
- Dabei entstehen Erfahrungen, die dann für andere Trainer und Trainingsorgansiationen interessant sein müssten. Erst dann sollten wir eine größere Öffentlichkeit aktiv einbinden, um das vorliegende zu verbreiten und weiterzuentwickeln.
Ok, das klingt auch gut.
Projektstart
Das Projekt wird im April 2009 starten, nämlich dann, wenn ich (Christian) die entsprechende Studentengruppe habe, in deren Veranstaltung dieses Thema passt. Insofern: ich freu mich drauf!
Letzte Änderung von Christian Spannagel am 15.10.2008 um 22:27
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